Radverkehr für alle

Five MAMILS and some rules

Neulich kam ich radfahrenderweise mit Vorfahrt an eine T-Kreuzung in einer Ortschaft. Von rechts kamen 5 Mamils (Middle-Aged-Men-In-Lycra) heran, alle auf dem Bürgersteig. Buntbehelmt, spiegelbebrillt und mit e-Motor betriebene Mountainbikes. Im Vorbeifahren fragte ich diese Vollgefederten, ob sie denn Kinder seien, weil sie auf dem Gehweg führen.

Die Antworten waren allgemeines Gemosere und der Vorderste meinte noch “Ja, ich bin ein Kind, ein Kind meiner Mutter!“……

Gemütliche Gondler

Aber mal im Ernst, wie sieht’s denn aus mit „richtigem“ Radfahren? Sich an Regeln halten? Radwege in falscher Richtung fahren? Auf Gehwegen brettern, in Fußgängerzonen und verkehrsberuhigten Bereichen Renn-Slalom um andere Personen ableisten? Oder die gemütlichen Gondler, selbstvergessen, nicht wissend, dass sie am Verkehr teilnehmen, innoffensiv, unaufmerksam und gefährlich, auch für andere Verkehrsteilnehmer.

Was war zuerst, Henne oder Ei? 

Oft wird leider so argumentiert: „Radfahrer halten sich eh an keine Regeln“. Deshalb bräuchten sie auch keine speziellen Radverkehrsanlagen, schnellwegtaugliche Verbindungen, unnötig seien auch radfahrfreundliche Ampelschaltungen (die fahr’n doch eh bei Rot drüber), Aufstellflächen, kurz, die ganze Fahrrad-Infrastuktur sei für die Katz, weil Radfahrer keine Regeln kennen.

Ich kann die Argumentation natürlich umdrehen: „Es gibt zu wenig städtische Fahrrad-Infrastruktur, deshalb können sich die Radfahrenden gar nicht an Regeln halten“. Aber das führt zu einer Diskussion, die der Frage von Henne und Ei gleicht.

Eigentlich ganz einfach 

Die Lösung, nicht aller Probleme, aber dieser blöden Argumentationskette:

Radfahrer, informiert Euch über Rechte und Pflichten und hört verdammt noch mal auf, auf Gehwegen zu fahren. Ich finde es nicht in Ordnung, die vermeintlich Schwächeren, die Fußgänger zu verdrängen. Wer schnell voran kommen will, benutze die Fahrbahn. Bequemlichkeit und Ignoranz schaden dem guten Image des Radfahrens,                       -beim regelgerechten Radfahren treten u.a. auch die Schwächen oder Fehlplanungen von Radverkehranlagen zu Tage. Sie stören, werden artikuliert, und damit können wir, die radverkehrsinteressierte Bürger gezielt Verbesserungen einfordern. (SF)

Viel los auf zwei Rädern:

Nachbetrachtung zur Juni-Tour

In der Vorbereitung hatten die Organisatoren „vergessen“, Flyer anzufertigen und zu verteilen. „Macht nix“, die Ankündigung war gut in der TLZ zu lesen und auf facebook wurde gut geteilt. Totzdem, auch wegen der Sommerferien, herrschte die Befürchtung, dass wenig Leute kommen werden.

Erfreulicherweise waren auf dem Willy-Brandt-Platz schon viele Mitfahrer versammelt,  während der Tour wurden ca. 80 Leute gezählt. Der jüngste Mitfahrer ging noch in den Kindergarten, und fuhr mit seinem Kinderrädchen so sicher und konditionell hervorragend, dass sich mancher Erwachsene ihn zum Vorbild nehmen konnte.

Neue Ideen beim gemütlichen Ausklang

Beim Ausklang waren einige „Neulinge“ mit dabei, mit vielen frischen Ideen, hier nur einige:

-noch bessere Öffentlichkeitsarbeit: mehr Publicity auf verschiedensten facebook-Seiten wie z.B. auf „Wohin in Erfurt“

– Flyer an mehr öffentlichen (Fahrrad-)Plätzen sowie Uni/FH verteilen, an Ampeln und Radwegen, Flyer an öffentliche (bekannte) Kartenständer

– Personen des öffentlichen Lebens/Prominenz anfragen

– Stichwort Wiedererkennung: CM Fahne anfertigen lassen,  – Einheitliches Design/Auftreten (z.B. Mit weißen T-Shirts),  Musik-Wunschliste zur CM

Die Ideen sprudeln, aber wo sind die Macher?

Ihr seht, der Ideen gibt’s gar viele, jetzt werden die Macher gebraucht, ein paar Leute, die Lust haben, dies oder eigene Ideen umzusetzen, you’re welcome.

Diese Nachbetrachtung ist etwas organisationslastig, dies mindert aber nicht das  Anliegen der Critical Mass, für einen besseren Radverkehr einzutreten.Das Positionspapier „Wofür wir in die Pedale treten“ ist zwar schon 4 Jahre alt, aber immer noch lesenswert und  (leider) immer noch aktuell, hier auf dem Blog. (SF)

CM Erfurt was? Critikal Mass Erfurt wer?

Da radeln wir schon im sechsten Jahr und viele Leute fragen sich was das ist und was die da machen.
Wir machen auf uns aufmerksam. Wir, das sind die Rad Fahrenden von Erfurt.

Hä, sind die Rad Fahrenden nicht auch so verschieden wie die anderen. Klar doch, deshalb fordern wir auch nur Aufmerksamkeit, Berücksichtigung und wenn was für uns gemacht wird, dann aber richtig. Sicher ist auch, dass wir alle gute Fahrradständer wollen.
Alles weiter sollen doch die Vereine und Verbände fordern. Einige von denen unterstützen uns. Andere könnten es auch machen.
Jeder der mit dem Rad unterwegs sind sollten uns unterstützen. Macht einfach Werbung für die Veranstaltungen. So  Flyer Mini 17 oder so vierfach CM 30_Juni 2017 oder …. .
Wir sind verdammt viele Rad Fahrende in Erfurt.

Wer fährt alles mit und warum? Tja, das muss jeder selbst wissen.
Die meisten sicherlich, weil es Spaß macht.

Jetzt erst recht!

Die CM Erfurt will immer auf die Belange der Rad Fahrenden aufmerksam machen.
Wir wollen mit dieser Aktion klar unsere Unzufriedenheit zum Ausdruck bringen:
Die Unzufriedenheit mit den anderen Verkehrteilnehmern, vor allem mit den motorisierten.
Die Unzufriedenheit mit der Politik, die immer wieder verspricht aber wenn es konkret wird wieder bereit ist faule Kompromisse einzugehen.
Die Unzufriedenheit mit der Verwaltung, die uns Lösungen präsentieren, bei dehnen einem die Haare hochstehen oder die uns die CM Erfurt für ihre Zwecke einspannen will.
Wir sind unparteiisch, nur wenn um uns, den Rad Fahrenden geht nich.
Wir sind kein Verein oder Verband aber werden unter anderen von solchen unterstützt.
Wir sind unabhängig.
Bei uns darf (fast) jeder mitmachen.
Wir könnten noch mehr sein.
Ob beim Mitfahren oder als Unterstützer.