Wir unterstützen die Europäische Mobilitätswoche in Erfurt

Die Europäische Mobilitätswoche wird in Erfurt von einem breiten Bündnis zivilgesellschaftlicher Vereine und Initiativen gestaltet und ehrenamtlich organisiert. Die Organisatoren eint dabei der Wunsch nach einem nachhaltigen und lebenswerten Erfurt in dem es ein gleichberechtigtes Miteinander aller VerkehrsteilnehmerInnen gibt.
Das Team: https://mobilitaeterfurt.wordpress.com/das-team/

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Das Programm ist vielfältig: https://mobilitaeterfurt.wordpress.com/das-programm/

Wir wollen auf einen Programmpunkt besonderst Hinweisen:
Rollparade mit allem was rollt und nicht st… .

Denk ich an Deutschland

(SF) Freitag, 10.45 Uhr, Regierungsstraße Richtung Lange Brücke. Der Trichter ist verstopft. Einparkende, Ausparkende, Abkürzer, vom Navi geneppte Touristen, Passanten, Radfahrer.

Ein solcher klopft im Vorbeifahren einer PKW-Fahrerin, in zweiter Reihe stehend, auf die Scheibe. Die Fahrerin hielt wegen eines vor ihr stattfindenden Parkmanövers. Der Radfahrer wird von ihr mit einem für alle deutlich sichtbaren Mittelfinger-Gruß verabschiedet. Und einem Dauerhupen, das nicht nur die spielenden Kinder auf dem Hirschgarten alarmiert.

Ach ja, bei solchen Szenen, und zwei, drei raumforderenden SUVs vor den putzig kleinen Häuserchen, da wir mir nicht bange!

Sind wir doch sozial kompetent, tolerant, aufgeschlossen für Neues, verhalten uns umweltfreundlich und bedienen moderne Mobilitätskonzepte…….

Also immer weiter so!

Radverkehr für alle

Five MAMILS and some rules

Neulich kam ich radfahrenderweise mit Vorfahrt an eine T-Kreuzung in einer Ortschaft. Von rechts kamen 5 Mamils (Middle-Aged-Men-In-Lycra) heran, alle auf dem Bürgersteig. Buntbehelmt, spiegelbebrillt und mit e-Motor betriebene Mountainbikes. Im Vorbeifahren fragte ich diese Vollgefederten, ob sie denn Kinder seien, weil sie auf dem Gehweg führen.

Die Antworten waren allgemeines Gemosere und der Vorderste meinte noch “Ja, ich bin ein Kind, ein Kind meiner Mutter!“……

Gemütliche Gondler

Aber mal im Ernst, wie sieht’s denn aus mit „richtigem“ Radfahren? Sich an Regeln halten? Radwege in falscher Richtung fahren? Auf Gehwegen brettern, in Fußgängerzonen und verkehrsberuhigten Bereichen Renn-Slalom um andere Personen ableisten? Oder die gemütlichen Gondler, selbstvergessen, nicht wissend, dass sie am Verkehr teilnehmen, innoffensiv, unaufmerksam und gefährlich, auch für andere Verkehrsteilnehmer.

Was war zuerst, Henne oder Ei? 

Oft wird leider so argumentiert: „Radfahrer halten sich eh an keine Regeln“. Deshalb bräuchten sie auch keine speziellen Radverkehrsanlagen, schnellwegtaugliche Verbindungen, unnötig seien auch radfahrfreundliche Ampelschaltungen (die fahr’n doch eh bei Rot drüber), Aufstellflächen, kurz, die ganze Fahrrad-Infrastuktur sei für die Katz, weil Radfahrer keine Regeln kennen.

Ich kann die Argumentation natürlich umdrehen: „Es gibt zu wenig städtische Fahrrad-Infrastruktur, deshalb können sich die Radfahrenden gar nicht an Regeln halten“. Aber das führt zu einer Diskussion, die der Frage von Henne und Ei gleicht.

Eigentlich ganz einfach 

Die Lösung, nicht aller Probleme, aber dieser blöden Argumentationskette:

Radfahrer, informiert Euch über Rechte und Pflichten und hört verdammt noch mal auf, auf Gehwegen zu fahren. Ich finde es nicht in Ordnung, die vermeintlich Schwächeren, die Fußgänger zu verdrängen. Wer schnell voran kommen will, benutze die Fahrbahn. Bequemlichkeit und Ignoranz schaden dem guten Image des Radfahrens,                       -beim regelgerechten Radfahren treten u.a. auch die Schwächen oder Fehlplanungen von Radverkehranlagen zu Tage. Sie stören, werden artikuliert, und damit können wir, die radverkehrsinteressierte Bürger gezielt Verbesserungen einfordern. (SF)